Jörg Iwer
Mit Jörg Iwer kehrt der Mann zurück ans Dirigentenpult, der das Sinfonieorchester Villingen-Schwenningen maßgeblich geprägt und weiterentwickelt hat. Von 1991 bis 2001 war er Künstlerischer Leiter und hat zahlreiche bis heute unvergessene Konzerte aufgeführt.
Jörg Iwer lebt mittlerweile als freischaffender Künstler in Berlin und unterrichtet an der Musikhochschule Hanns Eisler. Der Komponist, Musiker und Dirigent hat dieses Jahr mit der Weißrussischen Philharmonie aus Minsk eine große Deutschland-Tournee absolviert und eine besonders prickelnde Aufgabe war die musikalische Umrahmung des Taufaktes des neuen Aida-Clubschiffs mit der Kammerphilharmonie Berlin-Brandenburg. Jörg Iwer arbeitet aktuell an der Musik für zwei Kinofilme: „U 900 und Gerdas Schweigen“. Beide Filme kommen im Herbst in die Kinos. Er bereitet die Musik im Auftrag des Komponisten für Orchester auf und spielt sie ein. Jörg Iwer hat eine Operette am Theater Brandenburg aufgeführt und in Potsdam das Ballett „Romeo und Julia“. Eng verbunden ist er mit einem Mittelalter-Ensemble.
Tourneen mit verschiedenen Orchestern haben in den vergangenen Jahren nach Griechenland, Taiwan, China, Amerika und Frankreich geführt.
Jörg Iwer, in Essen geboren, studierte an der Folkwang-Hochschule Komposition und Dirigieren. Diesem Studium schloss sich eine mittlerweile mehr als 20-jährige Karriere bei deutschen Berufs-Theatern und Orchestern an, die ihm den Titel „Generalmusikdirektor“ einbrachte. Jörg Iwer erarbeitete sich im Laufe der Zeit ein großes dirigentisches Repertoire von fast 100 musikalischen Bühnenwerken und nahezu allen Werken des sinfonischen Standardrepertoires. Dabei folgte er keineswegs den ausgetretenen Pfaden des musikalischen Mainstreams, sondern setzte sich immer auch für das musikalische Schaffen unserer Zeit ein. Eine große Anzahl von Ur- und Erstaufführungen, aber auch die Förderung des kompositorischen Nachwuchs durch die Vergabe von Aufträgen und die Auslobung von Kompositionspreisen waren ihm wichtig. Die Spannbreite seiner musikalischen Aktivitäten reicht von der musikalischen Leitung der Wörthersee-Festspiele Klagenfurt bis zur regelmäßigen Arbeit mit dem Orchestre de chambre Ville d’Avray in Paris. Einen besonderen Akzent setzt in letzter Zeit auch die Mitbegründung und künstlerische Leitung der Internationalen jungen Philharmonie Sachsen-Anhalt, die es ihm ermöglicht, seinen reichen musikalischen Erfahrungsschatz an junge Musikerinnen und Musiker weiterzugeben.
Das Sinfonieorchester lag ihm auch in den vergangenen Jahren am Herzen und er hat seine musikalische Ausrichtung immer beobachtet. Seine enge Verbundenheit drückte sich auch in der spontanen Hilfsaktion am 3. Oktober 2003 aus, als Massimiliano Matesic in der Nacht vor dem großen Festkonzert mit einer Nierenkolik ins Krankenhaus gebracht wurde. Jörg Iwer setzte sich am Morgen ins Flugzeug, war am Nachmittag in Villingen und leitete ohne jede Probe das Konzert bravourös.
„Meine Arbeit mit dem Sinfonieorchester war immer eine gute Sache und ich freue mich, auf die erneute, kontinuierliche Zusammenarbeit.“ Den Dirigenten reizt vor allem die langfristige Perspektive mit dem Orchester arbeiten zu können: „Da kann man einfach ganz andere Sachen umsetzen.“ Sogar eine Nachtzugverbindung hat sich Jörg Iwer schon ausgesucht: „Da kann ich völlig entspannt nach Villingen reisen“, freut er sich.
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